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Schimmel verstehen.

Wer mit Schimmel konfrontiert ist, hat Fragen. Hier ein verständlicher Überblick zu Ursachen, gesundheitlichen Aspekten, Sanierung und richtigem Lüftungs­verhalten.

Wand mit Feuchte- und Schimmelspuren Grundlagen

Wie entsteht Schimmel?

„Schimmelpilze" ist die globale Bezeichnung für Pilze, die Pilzfäden und Sporen bilden können. Damit Schimmel in Innen­räumen wächst, müssen drei Faktoren gleichzeitig zusammen­kommen:

1. Feuchtigkeit

Der Haupt­auslöser. Sei es durch Konden­sation, Wasser­schaden, aufsteigende Feuchte oder Nutzerverhalten.

2. Nährstoffe

Sporen finden in Tapeten, Putz, Kleber, Staub und organischen Anteilen in Baustoffen reichlich Nahrung.

3. Temperatur

Schimmel wächst in einem weiten Temperatur­bereich — also genau dort, wo Menschen sich wohlfühlen.

Da Nährstoffe und Temperatur in jeder bewohnten Wohnung gegeben sind, ist die Feuchtigkeit der einzige Faktor, an dem man wirklich ansetzen kann. Genau dort beginnt jede seriöse Ursachenanalyse.

Gesundheit

Gesundheitliche Aspekte.

Vorab: Diese Auflistung soll keine Ängste schüren. Sie soll erklären, warum Schimmel ernst zu nehmen ist — und gleichzeitig, dass die meisten Fälle bei richtiger Sanierung folgenlos bleiben.

Schimmel­sporen und ihre Stoff­wechsel­produkte können — vor allem bei längerer Exposition — folgende Reaktionen auslösen:

  • Reizungen der Atemwege, der Augen und der Haut
  • Allergische Reaktionen bis hin zu allergischem Asthma
  • Verstärkung bestehender Atemwegs­erkrankungen
  • Kopfschmerzen, Müdigkeit, unspezifische Beschwerden
  • Bei immungeschwächten Personen: erhöhtes Risiko für Infektionen

Besonders sensibel reagieren Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit Vor­erkrankungen oder geschwächtem Immun­system. Das heißt im Klartext: Eine fachgerechte Sanierung ist nicht optional — sie ist gesundheitlich begründet.

Fachgerechte Schimmel­sanierung mit Schutz­anzug und Atemschutz Sanierung

Behandlung & Sanierung.

Wichtigster Grundsatz: Erst Ursache, dann Symptom. Wer den Schimmel nur abwäscht oder überstreicht, bekommt ihn garantiert wieder.

Die fachgerechte Vorgehensweise nach Stand der Technik und dem Positions­papier zur Schimmelpilz­sanierung umfasst:

01

Ursachen­findung

Klimamessung, Feuchte­messung, Thermografie. Was treibt das Wachstum an?

02

Ursachen­behebung

Reparatur des Bauschadens, Behebung der Feuchte­quelle, ggf. Anpassung von Lüft- und Heiz­verhalten.

03

Sanierung

Fachgerechte Entfernung des befallenen Materials nach Gefährdungs­einstufung. Bei kleineren Flächen oberflächlich, bei größerem Befall mit Schutz­maßnahmen und Materialaustausch.

04

Erfolgs­kontrolle

Nach Abschluss der Arbeiten Kontrolle, ob die Maßnahme erfolgreich war und die Ursache wirklich beseitigt wurde.

Praxis-Tipps

Richtiges Lüft- und Heizverhalten.

In einem typischen Haushalt entstehen pro Tag mehrere Liter Wasserdampf — durch Kochen, Duschen, Wäschetrocknen, Pflanzen und einfach durchs Atmen. Wenn diese Feuchtigkeit nicht aus der Wohnung kommt, kondensiert sie an kühlen Bauteilen — und da beginnt der Schimmel.

Die wichtigsten Regeln:

  • Stoßlüften statt Kippen. Mehrmals täglich Fenster für 5-10 Minuten weit öffnen — am besten Querlüftung. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen den Sturz aus und produzieren genau dort Schimmel.
  • Nach „feuchten" Tätigkeiten gezielt lüften. Nach dem Duschen, Kochen, Wäschetrocknen.
  • Alle Räume heizen. Auch das Schlafzimmer. Kalte Räume sammeln Feuchtigkeit aus warmen Räumen — und dort entsteht dann Konden­sation.
  • Möbel nicht zu nah an Außenwände. Mindestens 5-10 cm Luftspalt, damit Luft hinter dem Möbel zirkulieren kann.
  • Im Sommer Vorsicht in Keller und kühlen Räumen. Heiße, feuchte Außenluft kondensiert an kühlen Wänden — daher in Hitzeperioden Kellerräume eher früh morgens oder spät abends lüften.
Gut zu wissen

Häufige Fragen rund um Schimmel.

Bin ich als Mieter automatisch schuld, wenn Schimmel in der Wohnung wächst?
Nein. Schimmel kann durch falsches Lüftungs­verhalten, durch Bau­mängel oder durch eine Kombination beider Faktoren entstehen. Erst eine sachverständige Begutachtung mit Mess­werten und Bewertung nach ÖNORM kann die tatsächliche Ursache zuordnen. Pauschale Schuld­zuweisungen sind ohne Messung nicht haltbar.
Reicht es, den Schimmel zu überstreichen oder mit Bleiche zu behandeln?
Nein — und das ist einer der häufigsten Fehler. Wenn die Ursache (meist Feuchte) nicht behoben wird, kommt der Schimmel zurück. Bei kleineren Flächen kann oberflächlich saniert werden, bei größerem Befall ist Material­austausch nach Gefährdungs­einstufung nötig. Vor jeder Sanierung gehört die Ursachenklärung.
Was kostet ein Schimmel-Gutachten und wer zahlt es?
Die Erstbesichtigung kostet in der Südoststeiermark 580,- € exkl. MwSt. als Fixpreis. Wer am Ende die Kosten trägt, hängt vom Befund ab: Liegt ein Bau­mangel vor, ist meist der Vermieter bzw. Eigentümer in der Pflicht. Bei einem Nutzungs­fehler trägt sie typischerweise der Mieter. Eine objektive Bewertung schützt beide Seiten vor unbegründeten Forderungen.
Wie schnell bekomme ich einen Termin?
In der Regel innerhalb von ca. einer Woche. Bei akuten Schäden (frischer Wasser­schaden, sichtbar starker Schimmelbefall mit gesund­heitlichen Beschwerden) versuche ich, kurzfristiger zu reagieren.
Brauche ich vor einer Sanierung wirklich ein Gutachten?
Nicht in jedem Fall — bei kleinen Befällen mit eindeutiger Ursache (z.B. nach einer geplatzten Leitung) kann direkt saniert werden. Sobald aber Streit­fragen, Versicherungen oder größere Sanierungs­kosten im Spiel sind, lohnt sich die unabhängige Bewertung fast immer. Sie verhindert teure Fehl­sanierungen und schützt vor späteren Auseinander­setzungen.
Was muss ich vor der Begehung vorbereiten?
Wenig. Praktisch ist, wenn Sie alle betroffenen Bereiche zugänglich machen und mir vor dem Termin kurz schildern können, seit wann das Problem besteht, welche Räume betroffen sind und ob es einen erkennbaren Auslöser gab (Wasser­schaden, Sanierungs­arbeiten, Umzug, Nutzungs­änderung). Vorhandene Pläne, frühere Gutachten oder Schrift­wechsel sind hilfreich, aber nicht zwingend.

Verdacht auf Schimmel? Lassen Sie uns das klären.

Ein sachverständiger Blick beendet Spekulationen — und ist meistens günstiger als der erste Sanierungs­irrtum.

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